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Aktuelles: Migrant*innen in duale Ausbildung „MiiDU“

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21.11.2018

Ministerin meets MiiDU

Gruppenfoto mit Ministerin Grimm-Benne anlässlich ihres Besuchs des MiiDU-Projekts am 9 November 2018 in Dessau-Roßlau

Sachsen-Anhalts Arbeits-, Sozial- und Integrationsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) besuchte die LAMSA-Jubiläumskonferenz. Im Vorfeld der Veranstaltung informierte sie sich auch über das Projekt „Migrant*innen in duale Ausbildung“ (MiiDU). Sie sprach mit den Projektbeteiligten über ihre Erfahrungen rund um den Ausbildungsmarkt.

Anlässlich der Jubiläumskonferenz „10 Jahre LAMSA – Wir verbinden!“, zu der Petra Grimm-Benne, Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration als Festrednerin geladen war, informierte sich die Ministerin auch über die Projektarbeit von MiiDU. Die Veranstaltung zu „Migrant*innen in duale Ausbildung“ (MiiDU) fand am 9. November 2018 in einem Tagungsraum der Jugendherberge Dessau statt. Neben der Ministerin und dem Referatsleiter für Integration Björn Malycha nahmen daran mehrere MiiDU-Mitarbeiter*innen und fünf Auszubildende, die zugleich MiiDU-Teilnehmer*innen sind, teil. Des Weiteren waren zwei Vertreter von Unternehmen zugegen, die mit MiiDU zusammenarbeiten und eine Vertreterin der DAA als Kooperationspartner von LAMSA e.V. im MiiDU-Projekt. Zwei Mitglieder des LAMSA-Vorstandes vervollständigten die Gruppe.

Nach Begrüßung und kurzer Projektvorstellung durch die Koordinatorinnen Dr. Anke Eichrodt und Larissa Heitzmann kamen die Teilnehmenden ins Gespräch. Angeregt durch ministerielle Nachfragen thematisierten die Unternehmensvertreter ihre Rolle bei der Ausbildung migrantischer Azubis, sprachen die Auszubildenden von ihren Erfahrungen vor und in der Ausbildung und reflektierten die MiiDU-Mitarbeiter*innen ihre Arbeit mit Teilnehmer*innen und Unternehmen. 

Aus Unternehmenssicht könne man nicht von struktureller Diskriminierung gegenüber den Azubis sprechen. Vielmehr gebe es eine Einstellungsbereitschaft, die auch umgesetzt würde. Zweifellos seien diskriminierende Tendenzen gerade in der älteren Belegschaft erkennbar, denen man aus Führungsperspektive mit Gesprächen und Konfliktmanagement zu begegnen suche. MiiDU unterstütze Unternehmen bei solchen Problemlagen. Die Auszubildenden sprachen durchweg von guten Erfahrungen an ihren konkreten Ausbildungsplätzen und fühlten sich von MiiDU ausgezeichnet unterstützt. Das Problem sei hier insbesondere der rechtliche Rahmen in seinen Unschärferelationen. Warum erhält jemand aus Land X ausbildungsbegleitende staatliche Unterstützung, jemand aus Land Y hingegen nicht? Wie wahrscheinlich ist es, dass ich nach Abschluss der Ausbildung keine Aufenthaltsverlängerung erhalte und in mein Herkunftsland zurückgeschickt werde? Vor diesem Hintergrund machte sich Grimm-Benne für eine assistierte Ausbildung stark, die künftig allen unabhängig von ihrer Herkunft offen stehen sollte. Malycha wünschte sich in diesem Zusammenhang, dass die zuständigen Behörden ihren tatsächlichen Ermessensspielraum stärker zugunsten der Person auslegten. Die MiiDU-Mitarbeiter*innen stellten in Hinblick auf den Wert einer dualen Ausbildung zwei Phänomene fest. Zum einen sei dieser Wert im Laufe der Projektzeit im Bewusstsein der Teilnehmer*innen angekommen und man entscheide sich öfter für diese Option. Zum anderen ist diese Option für andere keine, weil sie seit ihrer Ankunft in Deutschland schon viel zu viele (Schul)Kurse im Rahmen von ALG II besucht hätten. Hier erscheint die Möglichkeit kurzfristiger Arbeitsaufnahme attraktiver als die Vorstellung, weitere drei Ausbildungsjahre zu absolvieren. Es scheint, der beschwerliche Weg einer dualen Ausbildung steht dann hoch im Kurs, wenn sich der eigene Lebensplan an eine gute Bleibeperspektive knüpfen lässt.

Gegen Ende der Veranstaltung äußerten sich die Vertreterin der DAA als Kooperationspartner und die anwesenden Vorstandsmitglieder als Vertreter*innen der Migrantenorganisationen. Erstere hob das außerordentliche Engagement der MiiDU-Mitarbeiter*innen hervor und lobte die Zusammenarbeit mit LAMSA e.V. Letztere erinnerten daran, dass MiiDU zu den ersten Projekten gehörte, mit dem der Verein als Projektträger aufgetreten ist. Beide hoben hervor, dass der Vorstand voll und ganz hinter dem Projekt stünde, denn die Mitglieder des Vereins setzten sich aus eigener Erfahrung für die Integration von Migrant*innen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt ein.

Die Begegnung mit der Ministerin fand in einer freundlichen, offenen und entspannten Atmosphäre statt. Sie endete nach einer Stunde mit einigen, den Modellcharakter des Projekts hervorhebenden Schlussworten von Heitzmann, einer der MiiDU-Koordinatorinnen.

 

Zugehörige Dokumente:

Ministerin meets MiiDU
(*.pdf-Datei, 670 KB)

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