Coachingprogramm zur Stärkung migrantischer Stimmen in den Medien
Projektzeitraum: 01.09.2026 – 31.08.2027
Das bundesweite Coachingprogramm für Haupt- und Ehrenamtliche aus migrantischen Vereinen vom Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) e.V geht ins zweite Jahr. Im ersten Projektjahr haben wir durch Bildungsformate, durch Einzel- und Gruppencoachings hunderte haupt- und ehrenamtlich Aktive erreicht und mit ihnen ihre Medienkompetenz ausgebaut. Im Mittelpunkt des zweiten Jahres steht der Aufbau einer engagierten Gruppe von Multiplikatorinnen, die ihre Themen langfristig und selbstbewusst in die Öffentlichkeit tragen. Dabei wollen wir ehrenamtlich Aktive einerseits auf ein Jahr voller Wahlen und polarisierter Debatten vorbereiten und sie gleichzeitig dazu befähigen, eigene Inhalte zu setzen und ihre Ziele zu verfolgen. Ergänzt wird dieses Angebot durch situative Einzelcoachings für Ehrenamtliche und Organisationen, die akute Unterstützung bei Medienanfragen benötigen.
Warum dieses Programm?
In Zeiten überhitzter Debatten um das „Stadtbild“ oder um immer mehr Abschiebungen von Asylsuchenden wird Migration zunehmend als Belastung für die Gesellschaft markiert. Dem setzen wir den Gedanken einer postmigrantischen Gesellschaft entgegen, in dem die Anliegen von migrantischen Stimmen ein selbstverständlicher Teil der Zivilgesellschaft sind. Dafür braucht es Sichtbarkeit für vielfältige Perspektiven und Positionen.
Wer für eine Gesellschaft der Vielen öffentlich Stellung bezieht, braucht mehr als bloß gute Argumente. Gefragt sind Menschen, die Interviews sicher führen, ihre Anliegen verständlich vermitteln, in Krisensituationen souverän reagieren und ihre Themen langfristig sichtbar halten können.
Genau hier setzt das Coachingprogramm an. Es stärkt Menschen mit Migrationsgeschichte darin, ihre Perspektiven in den öffentlichen Diskurs einzubringen und ihre Anliegen strategisch zu vertreten. Dabei geht es nicht nur um einzelne Medienauftritte, sondern um den Aufbau nachhaltiger Strukturen, die migrantische Stimmen dauerhaft sichtbarer machen.
Für wen ist das Programm?
Das Coachingprogramm richtet sich an Haupt- und Ehrenamtliche aus Migrationsorganisationen, Flüchtlings- und Migrationsräten sowie weiteren zivilgesellschaftlichen Initiativen. Besonders angesprochen sind Menschen mit Flucht- oder Migrationserfahrung sowie Personen, die aufgrund von Rassismus oder anderen Formen der Diskriminierung besondere Hürden in der öffentlichen Debatte erleben. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Multiplikator*innen aus Vereinen und Communitys, die bereits Verantwortung übernehmen oder als Spreche*rinnen ihrer Organisationen auftreten. Gleichzeitig bleibt Raum für Ehrenamtliche, die kurzfristig Unterstützung bei konkreten Medienanfragen oder öffentlichen Herausforderungen benötigen.
Was bieten wir?
Das Coachingprogramm verbindet strategische Gruppenangebote mit individuellen Einzelcoachings. Während die Workshops langfristige Kompetenzen vermitteln und die Entwicklung eigener Medienstrategien begleiten, können die Einzelcoachings flexibel auf aktuelle Bedürfnisse und Situationen reagieren.
Im Verlauf des Projektjahres arbeiten die Teilnehmenden daran, ihre eigenen Themen zu schärfen, journalistische Kontakte aufzubauen und eine langfristige Kommunikationsstrategie zu entwickeln. Ziel ist es, öffentliche Aufmerksamkeit auf eigene Perspektiven zu lenken, um dauerhafter Bestandteil der Öffentlichkeit zu werden. Dafür stellen wir den Kontakt zu erfahrenen Journalist*innen her, die unseren Multiplikator*innen in Interviewtraining, strategischer Pressearbeit, der Entwicklung eigener Botschaften, sowie dem professionellen Umgang mit Social Media coachen. Hinzu kommen Trainings zur Krisenkommunikation, sowie die Vorbereitung auf Podiumsdiskussionen, Talkshows und Gespräche mit politischen Entscheidungsträgerinnen.
Programmaufbau
Handlungsfähig bleiben trotz der Erstarkung rechter Kräfte
Zum Auftakt des Programms stehen zwei Gruppenworkshops im Mittelpunkt. Gemeinsam entwickeln die Teilnehmenden Strategien für den Umgang mit den politischen Entwicklungen rund um die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern in 2026, sowie den Landtagswahlen in Saarland, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Bremen und Niedersachsen in 2027. Themen sind unter anderem Krisenkommunikation, Interviewtraining, Priorisierung von Medienanfragen sowie der souveräne Umgang mit Hasskampagnen und öffentlichen Angriffen.
Ergänzend werden situative Einzelcoachings angeboten, die Ehrenamtliche kurzfristig bei Medienauftritten, Presseanfragen oder öffentlichen Konflikten unterstützen.
Eigene Themen setzen statt auf Debatten reagieren
Im zweiten Modul steht die Entwicklung individueller Medienstrategien im Mittelpunkt. Gemeinsam mit einer kleineren Gruppe ausgewählter Multiplikatorinnen wird erarbeitet, wie aus einzelnen Anliegen langfristige öffentliche Themen werden können. Die Teilnehmenden entwickeln persönliche Kommunikationsstrategien, bauen Kontakte zu Journalistinnen auf und lernen, ihre Medienarbeit kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Die Workshops werden durch strategische Einzelcoachings ergänzt, in denen individuelle Fragestellungen vertieft werden. Parallel bleiben kurzfristige Coachings für aktuelle Medienanfragen möglich.
Vernetzung stärken und Strategien weiterentwickeln
Zum Abschluss des Projektjahres liegt der Schwerpunkt auf gegenseitigem Austausch und nachhaltiger Vernetzung. Gemeinsam wird ausgewertet, welche Strategien erfolgreich waren, wo Herausforderungen bestanden und wie sich Kommunikationsstrategien an veränderte politische Rahmenbedingungen anpassen lassen.
Ziel ist der Aufbau einer belastbaren Infrastruktur engagierter Multiplikator*innen, die voneinander lernen, sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam ein Netzwerk journalistischer Kontakte weiterentwickeln.
Weitere Informationen und Anmeldung
- Bewerbungsformular
- Anmeldung zu den Workshops
- Datenschutzhinweise: Informationen zur Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten im Rahmen der Bedarfsabfrage, Teilnahme am Programm und des Bewerbungsprozesses finden Sie hier.
Ansprechperson und Kontakt
Olivier David
olivier.david@lamsa.de
Mobil: 0155 656 82 513
Projektpartner

Die Aktivistinnen-Agentur e.V. ist ein gemeinnütziger Bildungsverein aus Hamburg, der über 4.000 Haupt- und Ehrenamtliche aus antirassistischen Initiativen, Flüchtlings-, Integrations- und Migrationsräten darin trainiert hat, ihre Botschaften in die Medien zu bringen.
Förderung
