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Empowerment und Selbstorganisation von Geflüchteten im Salzlandkreis

Laufzeit: Januar- Dezember 2017

Projekt: Gesellschaftliche Anbindung und Teilhabe Asylsuchender im Salzlandkreis Der Salzlandkreis hat in den Jahren 2014 und 2015 eine hohe Zuwanderung von Asylsuchenden erfahren und viele Herausforderungen der Unterbringung und Versorgung bewältigt. Neue Strukturen wurden geschaffen, und Verwaltung, freie Träger und Ehrenamtliche haben gemeinsam mit dem Betreuungskonzept unterschiedliche Angebote für die Geflüchteten realisiert, um die ersten Schritte zu einer erfolgreichen Integration zu gestalten.

Trotz der Bemühungen des Salzlandkreises, Geflüchtete vorrangig in Wohnungen unterzubringen, werden nach wie vor viele Asylsuchende in einer  Gemeinschaftsunterkunft (GU) untergebracht, wo sie, je nach ausländerrechtlichem Status und Bleibeperspektive, mitunter auch lange Zeit leben. Diesen Menschen Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe zu geben ist Ziel des Projekts.

 

Moderierte Hausversammlungen
Das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft auf engem Raum ist potentiell konfliktträchtig. So lassen sich Konfliktlinien sowohl unter den Bewohner*innen als auch zwischen Bewohner*innen und Mitarbeitern der Heimleitung ausmachen, welche einer externen Moderation und Mediation bedürfen, um nicht zu aufzubrechen.

Hier haben sich  Hausversammlungen bewährt, bei welchen Problemlagen und Bedürfnisse beider Seiten vorgebracht und vermittelt werden. Als Moderator*innen kommen hierbei nur erfahrene und kultursensible Personen in Frage, welche zudem über die notwendigen Sprachkenntnisse verfügen.

Aufbau von Interessenvertretungsgremien
Die Charakteristik der Lebenslagen von in GUs untergebrachten Geflüchteten stellt besondere Herausforderungen an deren gesellschaftliche Anbindung.  So sehen sie sich mit eingeschränkten Handlungsmöglichkeiten aufgrund rechtlicher Rahmenbedingungen konfrontiert und ihre Eigeninitiative ist durch mangelndes Wissen um Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe erschwert. Soziale Kontakte zu Einheimischen finden kaum statt und sie haben nur selten die Chance, Zugang zu Institutionen der Aufnahmegesellschaft zu finden. Hinzu kommt die fehlende unmittelbare Vernetzung mit etablierten Integrationsnetzwerken. Alles in allem ist die Situation der in GUs lebenden Geflüchteten durch Isolation gekennzeichnet.

Zur Verbesserung ihrer gesellschaftlichen Teilhabe sollen die GU-Bewohner*innen zur Selbstorganisation angeregt und dabei unterstützt werden. So soll über die bereits erwähnten Hausversammlungen auch eine Interessenvertretung der Bewohner*innen aufgebaut werden. Auf diese Weise werden demokratische Verfahren eingeübt und das Engagement der Bewohner*innen in der Gemeinschaftsunterkunft erhöht.

Qualifizierung und Beratung der Heimleitungen in den GUs
Interkulturelle Kompetenz als die Fähigkeit, mit Individuen und Gruppen anderer Kulturen erfolgreich und angemessen zu interagieren, bildet die Grundlage einer erfolgreichen Flüchtlingsarbeit. Diesbezüglich soll ein entsprechendes Weiterbildungsangebot für die Mitarbeiter*innen der Heimleitungen erarbeitet werden, auf welches diese zurückgreifen können.

Darüber hinaus soll eine kontinuierliche Beratung der Heimleitungen sicherstellen, dass auftretende Probleme frühzeitig erkannt und Lösungen erarbeitet werden können.


Das Projekt wird aus Mitteln des Salzlandkreises gefördert. 

Fördererlogo: Gesellschaftliche Anbindung und Teilhabe Asylsuchender im Salzlandkreis

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